Ich fliege eine DJI Avata — eine kompakte FPV-Drohne, die nah an Hindernissen und tief über dem Boden fliegen kann, ohne dass ich bei jedem Ast das Schlimmste befürchte. Wie so ein Flug wirklich abläuft, zeige ich am liebsten an einem konkreten Dreh: dem Lago di Saoseo.
Der Ort: Lago di Saoseo
Der Lago di Saoseo im Puschlav ist einer dieser Bergseen, deren Farbe man auf Fotos kaum glaubt — türkis, klar, umrahmt von Lärchen und Fels. Genau solche Orte verlangen nach einer Kamera, die sich bewegt. Ein statisches Foto wird dem nicht gerecht; man muss über das Wasser gleiten, um die Tiefe und die Farbverläufe wirklich zu zeigen.
Vorbereitung im Feld
Vor Ort läuft bei mir vieles über ein kleines Tablet, ein Xiaomi Redmi Pad 2. Damit prüfe ich schon vor dem Start die Perspektiven, gehe die geplanten Fluglinien durch und sichte nach den ersten Takes direkt das Material auf einem grösseren Bildschirm als dem Handy. So sehe ich sofort, ob eine Aufnahme sitzt oder ob ich sie noch einmal fliegen muss, solange das Licht stimmt. Zwanzig Minuten Kontrolle im Feld ersparen mir zu Hause eine Enttäuschung.
Der eigentliche Shot
Für die Hauptaufnahme am Saoseo wollte ich einen einzigen, ruhigen Flug: tief starten, langsam über die Wasseroberfläche beschleunigen und am Ende sanft aufsteigen, bis der ganze See und die Berge im Bild sind. Bei FPV entsteht so ein Shot nicht im Schnitt, sondern im Moment — die Bewegung muss von Hand fliessen. Das gelingt selten beim ersten Versuch, und genau deshalb ist das Sichten direkt vor Ort so wichtig.
Technik, die dem Bild dient
Die Avata stabilisiert bereits viel in der Kamera, den Rest glätte ich in der Nachbearbeitung. Wichtig ist mir ein natürlicher Look: keine überschärften, hektischen Bilder, sondern Bewegungen, die sich anfühlen, als würde man selbst über den See fliegen. Aus der Luft wirkt Ruhe oft stärker als Tempo — ein langsamer, sauberer Flug schlägt zehn wilde fast immer.
FPV ist für mich auch deshalb reizvoll, weil es zwei Dinge verlangt, die selten zusammenkommen: die Feinmotorik, ein empfindliches Fluggerät sicher zu steuern, und den ruhigen Blick, im richtigen Moment die richtige Linie zu wählen. An einem Ort wie dem Saoseo entscheidet oft ein halber Meter Höhe oder eine Sekunde Timing darüber, ob eine Aufnahme beeindruckt oder nur nett ist.
Ein Ort wie der Lago di Saoseo lehrt Geduld: Man wartet auf das Licht, fliegt dieselbe Linie mehrmals und nimmt am Ende vielleicht zwanzig Sekunden mit, die wirklich sitzen. Genau diese Sekunden sind die Arbeit wert. Mehr zu meinen Drohnenaufnahmen findest du auf der Drohne-Seite.